19. Juli 2015

Junge Union startet Zukunftsdebatte / Schreiber: Mehr Förderung für Jungunternehmer

Worms. „Startup Unternehmen – Worms als Wirtschaftsmotor“ – unter diesem Thema startete die Junge Union Worms ihre Zukunftsdebatte. In der Veranstaltungsreihe beschäftigt sich die CDU-Jugend mit verschiedenen städtischen Themen, um Worms für junge Menschen attraktiver zu gestalten.

An der Auftaktveranstaltung im Café Gingko nahmen über 20 Interessierte teil. Nach der Einführung durch JU-Chef Marco Schreiber präsentierte Nils-Oliver Freimuth einen vielschichtigen und interessanten Vortrag über die Gründung eines Unternehmens. Der 32-jährige Unternehmer, der seinen ersten Betrieb mit 15 Jahren durch Zustimmung des Familiengerichtes gründete, berichtete von seinen Erfahrungen und Erlebnissen seit der ersten Unternehmensgründung. Inzwischen ist er Gründer und Geschäftsführer von vier Unternehmen. Dabei ist er in den Bereichen Sport- und Freizeitbetrieb, Handwerk und Sportbekleidung und Unternehmensberatung tätig.

Im Mittelpunkt von Nils-Oliver Freimuths Vortrag stand ganz klar die Aussage: „Seid mutig“. In Deutschland gibt es im internationalen Vergleich sehr wenige Unternehmensgründungen, was teilweise durch die deutsche Mentalität, aber auch durch die hohen Verwaltungsanforderungen und Startkosten begründet ist. Dabei kann man das Problem bereits an der Wurzel bekämpfen. „Um zukünftig wieder mehr junge Menschen dazu zu motivieren unternehmerisch tätig zu werden, ist es dringend notwendig, die wirtschaftlichen Kenntnisse von Schülern zu verbessern. Daher fordern wir seit langem eine Schwerpunktsetzung auf wirtschaftliche Themen im Fach Gemeinschaftskunde an allen weiterführenden Schulen.“, betont Schreiber.

Durch die langjährige Tätigkeit als Bundesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrates konnte Freimuth vielfältige Eindrücke über das Unternehmertum anderer Länder gewinnen. Er kritisiert durch diese Erlebnisse vor allem die nur mittelmäßige Breitbandversorgung in Rheinland-Pfalz und die auch nach Gründung nicht abnehmenden verwaltungstechnischen Aufgaben. „Wir sind verpflichtet, seitenweise statistische Anfragen zu beantworten, die teilweise fernab jeglicher betrieblicher Realität sind“, beklagt der Jungunternehmer.

Deshalb ist es umso wichtiger, junge Menschen früher und besser zu unterstützen. „Da sehe ich noch viel Potenzial und fordere deshalb eine bessere Unterstützung junger Unternehmer“, kritisiert Schreiber, „die Stadt Worms, welche im Herzen zweier Metropolregionen liegt, ist trotzdem weit abgeschlagen in Sachen Unternehmensgründungen.“ Beispielsweise könnte die Stadt Unternehmensgründern freistehende städtische Räumlichkeiten im ersten Jahr kostenlos zur Verfügung stellen. So kann die finanzielle Belastung am Anfang minimiert werden.

Gleichzeitig sieht die Junge Union die Erhöhung der Gewerbesteuer kritisch. „Auch wenn andere rheinland-pfälzische Städte dem Trend folgen werden, ist es zurzeit Fakt, dass Worms, nach der Landeshauptstadt Mainz, den zweithöchsten Hebesatz hat. Damit setzen wir definitiv die falschen Signale an Unternehmer, die auf der Suche nach einem Standort sind“, erklärt der stellv. Vorsitzende Björn Krämer.

Die Junge Union wird sich in weiteren Veranstaltungen ihrer Zukunftsdebatte „Worms – 2030“ mit den Themen Bildung, innere Sicherheit und Infrastruktur beschäftigen. Dabei freut sie sich über Anregungen und Ideen aus der Bevölkerung.