23. Februar 2016

Integration und Einheitsschule vertragen sich nicht

Mainz. Die Landesregierung ist unserem Bundesland ein ganzheitliches Integrationskonzept für hilfesuchende Kinder und Jugendliche schuldig geblieben. Die Strategie der beiden linken Regierungsparteien, alle rheinland-pfälzischen Schüler über einen Kamm zu scheren, ist bei der Bewältigung der Integration noch problematischer als ohnehin schon.

„Wenn man Bildungspolitik mit der Gießkanne macht, dann gehen Schüler, die besondere Förderung benötigen, immer unter – das ist bei der Einbindung der Hilfesuchenden verheerend“, so Robin Thomas, SU-Landesvorsitzender. „Auch die, die zu uns kommen, verfügen über unterschiedliche Kenntnisse und Begabungen, nicht zuletzt beim Erlernen der deutschen Sprache. Die Integrationsarbeit ist nicht damit getan, dass wir alle auf eine Schule stecken. Das würde bedeuten, die Augen vor einer großen Verantwortung zu verschließen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der Betrachtung des Einzelfalls.“

Die Schüler Union Rheinland-Pfalz fordert stattdessen verbindliche und umfangreiche Deutschkurse, die zugewanderte Schüler auf den Schulbesuch vorbereiten und diesen begleiten sollen. Auch lebenskundlicher Unterricht, der die deutsche Geschichte und das Wertesystem unserer Gesellschaft umfasst, muss abgehalten werden. „Starten soll das nicht in den Erstaufnahmelagern, sondern erst, wenn entschieden wurde, ob ein schulpflichtiges Kind in Deutschland bleiben wird. So können wir unsere Ressourcen für die einsetzen, die eine gute Bleibeperspektive haben. Außerdem unterstützen wir den Vorstoß der CDU zweijährige Berufsvorbereitungsklassen an Berufsschulen einzurichten.“, ergänzt Stellvertreter Leon Gläßer. Darüber hinaus sei es zwingend erforderlich, die Jugendlichen nicht einer einzigen Schule im zuständigen Bezirk zuzuteilen, sondern sie gemessen an der Größe auf viele Schulen zu verteilen.

Die Integration der Betroffenen darf dabei nicht dem Staat allein überlassen werden. Eine so wichtige Aufgabe benötigt eine starke Kooperation von Experten wie Schulpsychologen, Organisationen und Akteuren der Bildungseinrichtungen. Die Schüler Union fordert die Staatskanzlei dazu auf, ein solches Bündnis zu formen und zu führen.

„Bei aller Aufmerksamkeit, die wir den zugewanderten Mitschülern zu Teil werden lassen, dürfen wir aber auf keinen Fall diejenigen vergessen, die in Rheinland-Pfalz geboren und aufgewachsen sind. Es ist ganz normal, dass auch dort mal einer Hilfe und besondere Förderung gebrauchen kann – auch, wenn er nicht aus dem Ausland kommt“, erinnert Amelie Gehm, stellvertretende Landesvorsitzende. Und weiter: „Sie gegeneinander auszuspielen, kann nicht unser Ziel sein.“. Es zeige sich einmal mehr, wie wichtig das Prinzip der individuellen Bildung ist, welches die Regierungsparteien auch in diesem Landtagswahlkampf schlechtreden wollen.