28. Januar 2016

Integration ins Bildungssystem klappt nur mit geordneter Zuwanderung

WP_20160123_002

Kaiserslautern. Wie umgehen mit den hohen Asylbewerberzahlen in Deutschland? Was kann dahingehend an Deutschlands Schulen und in deutschen Betrieben geschehen? Das war die zentrale Frage der Podiumsrunde des Arbeitskreises Bildung der JU Rheinland-Pfalz und des Bezirksverbandes JU Rheinhessen-Pfalz, die in Kaiserslautern stattfand. Zur Eröffnung ging der Bezirksvorsitzende der JU Rheinhessen-Pfalz Steffen Funck auf die Aktualität und Wichtigkeit des Themas – auch in den kommenden Wahlkampfwochen ein.

Es diskutierten anschließend der Geschichtsprofessor und Bildungsexperte der CDU RLP Andreas Rödder, der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordnete Martin Brandl, der Bundestagsabgeordnete Xaver Jung, die BBS-Lehrerin und stellvertretende ACDL-Landesvorsitzende Dagmar Tittnags sowie der Landtagskandidat für Kaiserslautern Sebastian Rupp. Moderiert wurde die Runde von Jens Münster, Landesvorstandsmitglied und Leiter des Arbeitskreises Bildung der JU Rheinland-Pfalz.

In einem Punkt waren sich alle Zuhörer im Saal und auch das Podiums einig: Die erfolgreiche Einbindung von Asylbewerbern in das Bildungssystem kann nur gelingen, wenn die Zuwanderung in geregelten Bahnen abläuft. Sonst sei die Integration in Schulen und bei Arbeitgebern für das Bildungssystem und die Wirtschaft im Land nicht umsetzbar.

Rödder ging in seinen Ausführungen auf die aktuellen politischen Entwicklungen ein. Er sagte: „Entscheidend ist, dass wir nach einer gewonnenen Landtagswahl ein Akutprogramm für die berufliche Bildung auflegen. Wir wollen eine zweijährige Berufsvorbereitungsklasse, in der im ersten Jahr der Fokus auf dem Erlernen der deutschen Sprache und der Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens liegt. Im zweiten Jahr bildet die umfassende Berufserkundung mit Praktika in Betrieben den Schwerpunkt.“

Wie wichtig es sei, die Anerkennung von Zertifikaten und Berufsabschlüssen von Asylbewerbern zu verbessern, betonte Martin Brandl MdL: „Aktuell ist es nur ganz selten möglich, dass Asylbewerber mit im Ausland erworbenen Bildungsinhalten oder Fachabschlüssen im deutschen Arbeitsmarkt tätig werden können. Das muss sich ändern“.

Auf die Verschiebung der Akzentuierung in der Diskussion ging Dagmar Tittnags vom ACDL in ihren Ausführungen ein: „Noch vor einigen Monaten ging es hauptsächlich um die Frage, wie wir die Familien, die vor Jahren oder Jahrzehnten schon nach Deutschland kamen, besser am Aufstieg durch Bildung teilhaben lassen können. Das hat sich natürlich in den vergangen Wochen verschoben hin zu der Frage, wie wir mit der großen Zahl an Asylbewerbern in unserem Land nun umgehen“.

Xaver Jung MdB, der in Berlin auch Mitglied des Bildungsausschusses ist, erinnerte an die große Aufgabe der Bildungspolitik bei der Integration von nicht mehr Schulpflichtigen. Es sagte: „Die größte Gruppe der Asylbewerber sind Männer zwischen 18 und 35 Jahren. An vielen Fronten herrscht bei Integrationsleistungen zudem Personalnot. Es fehlt auf dem Arbeitsmarkt an Sozialarbeitern. Zudem werden vom Land Rheinland-Pfalz zu wenig Deutschlehrer eingestellt und das obwohl hier zurzeit 400 Deutschlehrer auf der Suche nach einer Stelle sind.“

Der Landtagskandidat für Kaiserslautern Sebastian Rupp erörterte die Situation der Bildungseinrichtungen vor Ort. Er sagte: „Die Menschen, mit denen ich im Wahlkampf spreche, diskutieren lange über dieses Thema. Es gibt in Kaiserslautern viele Ehrenamtliche, die sich an der Integration der Asylbewerber – auch auf dem Arbeitsmarkt – beteiligen. Doch ohne eine Koordination und eine Einwanderung in geregelten Bahnen stoßen alle an ihre Grenzen.“