15. Januar 2015

BLACK.blog-Standpunkt: Erneutes Fehlen von Rheinland-Pfalz auf der Grünen Woche äußerst bedenklich

Zum erneuten Fehlen von Rheinland-Pfalz auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) bloggt die landwirtschaftspolitische Sprecherin der Jungen Union Rheinland-Pfalz, Dr. Kristina Brixius:

Besorgniserregend, unvorstellbar, bedauerlich und äußert bedenklich. Das zweite Jahr in Folge verwehrt die rheinland-pfälzische Landesregierung ihren Bauern und Winzern einen gemeinsamen Messeauftritt. Für diese Absage werden ausschließlich finanzielle Gründe aufgeführt.

Rheinland-Pfalz verschwindet von der Bildfläche, ist für den Verbraucher nicht mehr sichtbar und wird dann ganz schnell in Vergessenheit geraten. Eine Utopie, gegen welche man ankämpfen muss.

Auf Bundesebene wurde die Wichtigkeit dieses Bereichs für unser Land bereits erkannt, so sind wir durch Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, hervorragend vertreten. Die Landesregierung versteht es hingegen nicht, sich im Bereich Landwirtschaft international zu positionieren und setzt damit eindeutig falsche Prioritäten. Die große Bühne, die hier vom Deutschen Bauernverband (DBV) und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) zur Verfügung gestellt wird, wird nicht genutzt und somit wird eine der größten Möglichkeiten ausgelassen, um weltweit für die Qualität und Vielfalt unserer rheinland-pfälzischen Produkte zu werben.

Der internationale Agrargipfel, der parallel auf der IGW stattfindet, kann auf eine stolze Beteiligung von über 80 Ländern blicken. Vertreten sind diese durch Minister sowie zahlreiche Delegierte aus Wirtschaft und Verbänden. Es ist ein großer Fehler als Bundesland mit rund 19.000 landwirtschaftlichen Betrieben, großen lebensmittelverarbeitenden Unternehmen und der mit Abstand größten Weinbaufläche in ganz Deutschland mit Abwesenheit zu glänzen. Die Beteiligung wäre nicht nur eine exzellente Werbung gewesen sondern hätte auch Gelegenheit zum intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch geboten. Die strategische Ausrichtung, die hier von der Landesregierung vorgegeben wird, muss überdacht werden und ist ein wichtiges Thema, welches nach der Landtagswahl 2016 angegangen werden muss. Das Wein- und Agrarland Rheinland-Pfalz muss wettbewerbsfähig bleiben.

Außer Rheinland-Pfalz sind ebenso Hamburg und das Saarland nicht auf der IGW vertreten. Der große Unterschied: in diesen Ländern spielt die Landwirtschaft nur eine vergleichbar untergeordnete Rolle.

Ein kleiner Lichtblick: Der Kreis Ahrweiler hat es geschafft andere Mittel und Wege zu nutzen, um in die Hauptstadt zu kommen. Der Kreis darf sich als Bestandteil des Messestandes, den der Deutsche Landkreistag (DLT) betreibt, auf der IGW präsentieren. Der DLT-Stand wird an jedem Messetag von einem anderen Landkreis bestückt – am Samstag, 24. Januar, dann vom Kreis Ahrweiler, dort präsentieren sich heimische Mineralwasserindustrie, Weinbau und Landwirtschaft.

Daten und Fakten zur IGW:

Die Internationale Grüne Woche öffnet in diesen Tagen zum 80. Mal ihre Türen und Tore. Die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau findet jährlich unter dem Funkturm in Berlin statt. Mehr als 1.600 Aussteller präsentieren sich vom 16. bis 25. Januar 2015 in 26 Hallenkomplexen und geben eine globale Marktübersicht über die Nahrungs- und Genussmittel sowie eine Landesschau der Landwirtschaft und des Gartenbaus. Im vergangenen Jahr bescherten die über 410.000 Besucher vor Ort den Ausstellern Umsätze von rund 47 Millionen Euro. Insbesondere der positive Werbeeffekt bei den Fachbesuchern und internationalen Gästen ist herauszustellen, die Messe genießt ein großes internationales Ansehen.