24. Juni 2015

Ärztemangel in Rheinland-Pfalz hausgemacht: Eine medizinische Universität fehlt!

„Der Ärztemangel in Rheinland-Pfalz ist wesentlich durch eine deutlich zu geringe Ausbildung von Humanmedizinern im Land verursacht“, so das Fazit der Landesvorsitzenden der Senioren-Union, Helga Hammer und des Landesvorsitzenden der Jungen Union (JU), Johannes Steiniger MdB, nach dem 2. Generationenkongress. Der Einladung von Junge Union und Senioren-Union waren über 150 Jugendliche und ältere Mitbürger in das rheinhessische Sprendlingen gefolgt.

In der Eröffnungsrede sprach Staatssekretär Karl-Josef Laumann, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, sofort Klartext: Das Land Rheinland-Pfalz komme seiner Ausbildungspflicht von Ärztinnen und Ärzten nur unzureichend nach. In Rheinland-Pfalz würden weniger als 60 % der Ärztinnen und Ärzte im Vergleich zu den anderen Bundesländern ausgebildet.

Bei den Studienplatzzahlen spielt auch der hohe Frauenanteil in der Medizin eine Rolle, wie die anschließende Diskussionsrunde mit Medizinern, Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung und der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland zeigte. In Mainz waren z.B. im Jahr 2013 von 100 Erstsemestern im Fach Humanmedizin 70 Frauen. Dies hat Auswirkungen auf die spätere Lebensarbeitszeit, da Ärztinnen häufiger Teilzeit arbeiten als ihre männlichen Kollegen. Für die Planung der Medizinstudienplätze im Land bedeutet dies: Bei 70 % Frauen, die Medizin studieren, werden rund 10 % mehr Studienplätze notwendig, sofern das bisherige Versorgungsniveau aufrechterhalten werden soll. „Eine Anpassung der Zahl der Studienplätze an die zunehmende Feminisierung ist jedoch durch die SPD-geführte Landesregierung bisher nicht erfolgt. Dies zeigt, dass die Sicherung der Gesundheitsversorgung im Land für Rot-Grün anscheinend keine Priorität hat“, so Helga Hammer weiter.

Selbst im rot-grün regierten Nordrhein-Westfalen hat es eine deutliche Vermehrung um 1.000 zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin über vier Jahre gegeben. Die Studienplatzzahlen der medizinischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Bereich Humanmedizin sind jedoch seit Jahren unverändert. „Für 4 Mio. Rheinland-Pfälzer wären – gemessen am Bundesdurchschnitt – 605 Studienplätze je Erstsemester vorzuhalten und nicht nur 350. Uns fehlt somit eine ganze medizinische Universität in Rheinland-Pfalz“, so Johannes Steiniger abschließend.